Spini
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profile.jpg   Donna´s Schreibwerkstatt - im November 009

Kalte Novemberluft schlug ihr entgegen...

als Monika, morgens gegen 3°° Uhr in der Nacht,

am Fenster stand und überlegte wie das nur alles weiter gehen soll.

Die Kinder schliefen und so machte sie sich erstmal eine starke Tasse Kaffee, um auch diesen Tag, wie fast immer in den letzten Monaten, allein mit den Kindern zu verbringn und nicht zu wissen, woher das Geld nehmen zum Leben.


In ihr stiegen fast so was wie Hassgefühle mit kaputtmachender Liebe hoch.

Wo steckte er nur? Schon 4 Tage war er weg, kein Lebenszeichen oder auch nur mal ein kurzer Anruf. Nichts, einfach nichts, so als existieren sie und die Kinder nicht. Wie weit mag er noch gehen?



Bald ist Weihnachten, noch 5 Wochen! Das Fest der Liebe... sagen alle!
Was für eine Liebe ist das, die Kinderseelen zerfrißt und Frauen an den Rand des Wahnsinns treibt!


Sie weiss das sie nicht mehr alles mit sich machen lassen darf. Nur sie kann etwas tun, niemand sonst, nur sie selber, für sich und die Kinder mußte sie
kämpfen. Sie muß mit den Kindern wieder unbeschwehrt Lachen können. Was waren sie früher fröhlich, ungezwungen und ihr Mund stand kaum still.

Ihre Freunde mochten sie wegen der lockeren Art, alle konnten sich auf sie verlassen und vielen half sie aus Notsituationen wieder raus. Für jeden hatte sie ein offenes Ohr, konnte zuhören und schweigen wie ein Grab, Geheimnisse die man ihr anvertraute blieben bei ihr, nichts und niemand konnte sie aus der Ruhe bringen. Sie ruhte in sich.
Niemand verstand was sie an ihm fand.
Sie wußte es ja selbst nicht mehr!


Die Kinder wurden wach, gingen direkt ins Bad und kamen danach in die Küche um zu frühstücken. Monika hatte mal wieder keinen Hunger weil es sonst nicht für ihre Zwei Stöbsel gereicht hätte.


Überhaupt waren die Zwei in letzter Zeit viel zu ruhig und nur noch selten kam ein ausgelassenes Lachen, wie es früher immer zu hören war, vom Kinderzimmer raus. Nicht mal das tägliche gezanke, wenn Sabinchen wieder einmal die Sachen von Leon nahm und sie sogar kaputt machte!
Wie oft mußte sie früher ein energisches Wort sprechen wenn es zu laut zu ging. Wie gern würde sie es wieder hören, dieses glückliche, unbeschwerte Lachen der Kinder.
Alles hat sich schleichend verändert, wie überhaupt alles schleichend kam ohne das sie merkte das es nicht mehr rund lief in der Familie.


Die Korridortür ging und mal wieder schlug ihr das Herz bis zum Hals. Er kam, setzte sich als wäre nichts gewesen, nahm sich den Kaffee, den sie sich gerade neu aufgesetzt hatte.
Nachdem er auch die letzte Scheibe Brot gegessen hatte, ging er ins Bad.
*bleibt Papa jetzt hier*? fragte Sabinchen und bekam gleich darauf einen nicht gerade zarten Knuff von Leon in die Seite mit den Worten, *laß Mama in Ruhe*, was natürlich Sabinchen die Tränen in die Augen trieb.
Sie verstand das alles nicht mit ihren 5 Jahren. Leon dagegen mit seinen 8 Jahren, bekam mehr mit als Monika lieb war.


Monika brachte die Kleine in den Kindergarten und Leon noch ein Stück zur Schule. Er fühlte sich schon zu groß als das Mama ihn noch zur Schule bringen durfte. Dabei genoß es Monika mit Leon zu gehen, mit ihm zu sprechen über seine Probleme, die er sonst nicht gern raus lies. Auf dem kurzen Weg zur Schule erfuhr sie meist mehr von ihm, was ihn bewegt, als zu Hause.
Kurz bevor die Schule in Sicht kam sagte Leon das sie jetzt ruhig schonmal umkehren kann. Noch ein Kuss, nachdem Leon sich auch vergewissert hatte das es niemand sah, ging sie dann nach Hause und fragte sich, ist er schon weg zum Dienst oder trifft sie ihn noch an.



Mit zitterten Fingern, machte Monika die Korridortür auf und merkte gleich, er war nicht meht zu Hause!


Der Vormittag verging schneller als die Tage zuvor und ehe es sich Monika versah war es Zeit die Kleine vom Kindergarten abzuholen.
Leon würde auch gleich von der Schule kommen und mit hungrigen Mägen würden sie dasitzen und auf iht Mittagessen warten.


Doch Monika hatte eine total süße Überraschung.
Es gab Apfelpfannkuchen mit Zimt und Zucker. 
Die Äpfel hatte Monika auf dem Nachhauseweg von einer Nachbarin bekommen. Die Kinder mochten Apfelpfannkuchen sehr gern und so merkten sie nicht wie Monika ein Stein vom Herzen fiel als sie sah wie gut es ihnen schmeckte. Es waren so viele Äpfel das auch für Sie was davon abfiel. Vom Rest würde sie dann Kompott für den nächsten Tag als Nachtisch machen. Alle drei hatten so genußvoll gegessen als wäre es ein Dreigängemenue!
Am Tisch war seit langer Zeit wieder einmal eine unbelastete Stimmung - alle drei waren mit ihren vollen Bäuchen rundum glücklich !


Am Abend dann, kam auch Heiko nach Hause! Diesmal hatte Monika voorgesorgt und den Rest Lebensmittel bei der Nachbarin in den Kühlschrank stellen können, weil Monika ihr was von einem kaputten Kühlschrank erzählt hatte und Heiko dann, ohne lange Zeit zuverschwenden, zu Monika sagte das er mit ihr was klären müßte!

Monika ging ein Stich durch Herz und dachte...
jetzt kommt es, jetzt sagt er dir gleich das alles aus ist, jetzt sagt er dir das er gehen würde!
Sie hätte laut haufschreien können vor Schmerz.
Die gute Stimmung vom Nachmittag war verflogen und so ging sie, als wäre er ihr Inquisitor, mit ins Wohnzimmer um zu hören was er mit ihr zu klären hatte!


Was sie dann zu hören bekam verschlug ihr die Sprache.


Ich fliegen mit dem Kegelclup für eine Woche nach Cean Canaria!


Wie...  du fliegt nach Cean Canaria, wann denn und womit?
Woher willst du denn das Geld nehmen?


Das geht dich nichts an, lass das mal meine Sorge sein sagte er.
Wir fliegen am Samstag. Kannst du meine Sachen in Ordnung bringen?


Mehr als ein *muß ich ja wohl oder? fiel Monika nicht mehr ein zu sagen.
Sie war sprachlos von soviel Unverschämtheit!


Sie packte ihm also den Koffer, merkte nicht wie sie sich selber demüdigte dabei und schon am Freitagabend war er weg!


Am Mittwoch mußte sie mit der Kleinen zum Arzt und begegnete dabei einen Kollegen von Heiko, der gerade Fußstreife hatte. Er war genau wie Heiko auch bei der Plozei und im Kegelclup.
Völlig perplex sah sie ihn an und fragte, warum er denn nicht mit nach Cean Canaria geflogen ist!


Sie sah ihm seine große Unsicherheit an und bohrte so lange bis er sagte was Sache ist.
Dieser Kollege mochte Monika schon immer sehr gern und man sah ihm an wie schrecklich es für ihn war, ihr das jetzt sagen zu müssen.


Heiko hatte eine ältere Freundin und nur die Zwei wären geflogen.
Er sagte noch das sie am Samstag - und nicht wie Heiko ihr sagte am Sonntag - zurück kommen.
Er konnte ihr aber nicht sagen wann und mit welcher Airline sie gefloge und landen würden!


Es war keine Wut oder gar Hass in dem Sinne, was Monika empfand.
Es war eine ganz einfache Art der Rache! Diesmal ist er zu weit gegangen, sie würde es ihm heimzahlen! 
Ihn blamieren bis auf die Knochn wollte sie ihn und auch diese Frau.

Der Gedanke wie sie ihn blosstellen konnte war für den Rest der Woche in ihrem Inneren eingebrannt, lies sie nicht mehr los!


Sogar die Kinder zog sie mit rein, indem sie ihnen sagte... am Samstag kommt Papa zurück und wir holen ihn vom Flughafen ab. Er wird sich riesig freuen wenn er uns sieht. Ihr müßt nur laut genug rufen wenn ihr ihn seht.
Sie versprach ihnen, hinterher Pizzaessen zu gehen.
Monika wußte ja was ihre Beiden gern möchten!
Wie kleine Erwachsene in ein Restaurand sitzen und Pizza essen!


Die Woche bis Samstag veging wie im Flug mit Detektiv-Arbeit vom Feinsten!


Geld war mehr als knapp, da der gute Heiko das letzte bischen Geld bis auf den letzten Dispo-Cent auch noch vom Konto abgeräumt hatte um sich auf Cran Canaria eine schöne entspannte Woche zu gönnen.


Mit dem letzten Tropfen Benzin fuhren Monika, Sabinchen und Leon zum Flughafen. Trotz guter Detekiv-Arbeit konnte sie nicht in Erfahrung bringen wann und mit welcher Airline sie ankomen.
Eine einfühlsame Dame an der Auskunft konnte ihr nur sagen das niemand am Vormittag mit diesen Namen gebucht hatte. So hieß es also warten und warten und....!



Inzwischen war es 18:37 Uhr und die Kinder waren fast nicht mehr zu bändigen. Der letze Flug aus Cran Canaria war für !9:15 angemeldet.
Eine lange Zeit wenn man nichts mehr kaufen kann, das Geld im wahrsten Sinne des Worten *verflogen* war und der erste, erst in 6 Tagen war.


Nun, auch diese Zeit verging und irgendwann standen sie zu 3. hinter der Glaswand zum Ausgang des Fluges aus Cran Canaria. Sabinchen stellte sich auf ihre kleinen Zehenspitzen um ja ihren Papa nicht zu verpassen. Leon stand etwas abseits als interessiere ihn die ganze *show* nicht sonderlich.
Monik versetzte es eine Stich ins Herz als sich ihr Blicke mit denen von Leoan trafen und sie in seinen Augen das *ich weiss worum es hier geht* sie lesen konnte!
Sie fühlte sich als sehr schlechte Mutter die ihr Liebstes was sie noch hatte, in ihren Rachefeldzug mit reinzog. nun war es zu spät!


In dem Moment wo Monika alles abblasen wollte hörte sie Sabinchen laut *Papa, hier sind wir ...* rufen!


Heiko kam mit versteinerter Miene auf Monika zu und fragte mit eiskalter Stimme... *willts du hier Terror machen?


Inzwichen war auch seine Dame durch den Zoll gekommen und Monika hörte sie fragen... wer sind die?


In dem Moment gingen Monika die Nerven durch und sagte in ganz ruhiger Tonlage zu Heiko...
Den Terror kannst du gern haben, wenn du mir nicht auf der Stelle Geld rüberreichst!


Heiko ging zur Dame, flüsterte ihr was zu. Keine zwei Minuten später hielt Monika 100,- Euro in der Hand, drehte sich zu ihren verstörten Kindern um und sagte freudestrahlend...
Kommt, jetzt gehen wir Pizza essen!



Alle 3 saßen aufgewühlt im Auto. Monika zitterten immer noch die Knie und die Kinder waren mucksmäuschen still in ihren Kindersitzen.
Wie sehr bereute es Monika ihre Kinder da mit reingezogen zu haben. Wie konnte sie das je wieder gut machen oder gar vergessen lassen?



Sie fuhren nach einige Zeit los. Im Scheinwerferlich sah sie die 2 Reisenden an einer Bushaltestelle stehen.
Sicher reichte ihnen jetzt das Geld nicht mal mehr für ein Taxi.
Die Dame, die immer noch diese alberne langstielige Papageien-Blume aus Cran Canaria in den Händen hielt stand etwas deplatziert neben Heiko und machte nicht gerade ein Geischt als käme sie von einer schönen Inseltour zurück. 


Monika sah diese riesen Pfütze direkt an der Haltestelle und schon war sie mit hoher Geschwindigkeit durchgefahren, ohne Leons verschreckten Ausruf *Mama was machst du da* zu hören!



Und wieder saß sie mit den Kindern auf dem Parkplatz und mußte sich erstmal ins Gewissen zurückrufen, was sie da angerichtet hat.
Welcher Teufel hatte sie da geritten durch diese große schmutzige Pfütze zu fahren und einen Unfall durch Aquaplaning zu riskieren?


Nachedem sie sich soweit beruhigt hatten fuhren sie wieder los.
Sie dachte, die 2 wären längst weg!
Um sich zu vergewissern machte sie das Fernlicht an und sah im gleichen Augenblick das Ergebnis ihrer fast nicht mehr zu verantwortenden Pfützenfahrt!


Wie begossene Pudel standen da zwei Gestalten von oben bis unten mit Straßendreck bespritzt.
Nichts war mehr von einer Dame übrig geblieben. Ihr hauchdünnes, durchsichtiges tüllkopftüchlein hing mit einem Dreckklumpen versehen auch nicht mehr so lässig um die RussenBlonde Wallemähne 
der immer gut angezogen Heiko hätte sich gut und gern mit unter eine Brücke setzen können!

Leoan lchte was da Zeug hielt. zu Monikas Freude war es ein ansteckendes, fröhliches Lachen, was sie da von Hinten hörte!


In dieser Situation drehte sich Monika zu Leon und Sabinchen um und sagte, so ernst sie nur konnte,...
kommt, wir fahren jetzt zum Pizzaesse!


Nickname 15.11.2009, 16.09

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Kommentare zu diesem Beitrag

3. von Follygirl

Ich lese gerade Deine Antwort...
Hatte es schon befürchtet, das Du eine wahre Geschichte schreibst... Es tut mir sehr leid, daß sie Deine Schwester betraff.
Es ist einfach nur traurig, was sich hinter so vielen Fenstern abspielt, und so oft sind die Frauen und Kinder die Opfer.
LG, Petra

vom 16.11.2009, 12.30
Antwort von Nickname:

liebe petra, glueck.png 
ja, es war meine schwetser.
ich mußte das schreiben, es tat mir gut es mal los zu werden!
danke für dein vertändnis.
lieben gruß und a011_1.gif 
spini

2. von Brigitte

Liebe Spini

eine traurige Geschichte, die leider nur allzu oft wahr ist. Wie ich grad in deiner Antwort auf Petras Kommentar lese, ist auch diese Geschichte sehr wahr, für dich.

Es tut einem einfach nur sehr, sehr leid, dass sowas passiert und man nicht helfen kann, selbst beim lesen.

Liebe Grüsse
Brigitte

vom 16.11.2009, 12.13
Antwort von Nickname:

liebe brigitte, fahneschweiz.gif 
man steht da wirklich vollkommend machtlos daneben
und die hände sind einem gebunden.
lieben gruß und a011_1.gif 
spini


1. von Follygirl

Ich kann nicht sagen, daß mir die geschichte "gut gefallen" hat, gut geschrieben, das ja.
Mir sind diese ganzen Familien/Frauen/ Männer/Dinger fremd...GottseiDank!
Leider wird es wohl oft der Realtität entsprechen... auch heute noch,
LG, Petra :ok:

vom 15.11.2009, 17.24
Antwort von Nickname:

liebe petra,
ja, es ist eine dieser Familien/Frauen/ Männer/Dinger!
es ist die geschichte meiner verst. schwester die daran zerbrochen ist!
sie hat noch einen sohn der spastisch gelähmt ist und 100% auf fremde hilfe angewiesen ist! er lebt in einem heim mit angeschlossener behinderten- gerechten-werkstatt wo er arbeiten verichtet die ihn geistig keinen deut weiterbringen, er ist körper, nicht geistig behindert!! dem heim aber jede menge euro's einbringen!
hätte heiko auch noch die frechheit besessen und wäre zur beerdigung gekommen,glaub mir...!
er hätte den friedhof nicht mehr so verlassen wie er ihn betreten hat!

dir einen schönen sonntagabend
lieben gruß spini
  


Zufallsspruch:
Wenn ein Verbündeter zu mächtig ist, kann er gefährlicher sein als ein Feind.

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Frei sein,
wie ein Vogel im Wind!


*****

Zahme Vögel träumen
von der Freiheit.
Wilde Vögel fliegen


*****

Die Freiheit der Meinung
setzt voraus,
daß man
überhaupt
eine hat
.

Heinrich Heine
(1797 - 1856)


*****


Es gibt nichts stilleres...
als eine geladene Kanone.


(Heinrich Heine)


*****


Das war ein Vorspiel nur
Dort wo man Bücher
 Verbrennt...  

verbrennt man auch 
am Ende Menschen
.


(Heinrich Heine)  
(aus,Almansor, 1821)

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